Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)


Als einen besonderen Schwerpunkt unserer Aktivitäten sehen wir die berufliche Aus- und Weiterbildung an und haben aus diesem Grund auch die „Stiftung Handwerk Höxter-Warburg“ ins Leben gerufen, um jungen Menschen eine berufliche Perspektive im Kreis Höxter zu bieten. Im Ausbildungszentrum Bau in Brakel-Istrup wird seit rund 30 Jahren die überbetriebliche Unterweisung für die Bauberufe durchgeführt (Maurer und Zimmerer), aber auch Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Agentur für Arbeit Höxter bzw. das Jobcenter Höxter oder aber dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr. Die überbetriebliche Unterweisung für den Metallbereich (Metallbau sowie Anlagenmechanik Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik) sowie Elektrotechnik Gebäude- und Versorgungstechnik und für das Tischlerhandwerk findet im hauseigenen Handwerkszentrum Bildung in Brakel statt. Zusätzlich bieten wir in den Räumlichkeiten des Kreisberufskollegs Brakel zudem die überbetriebliche Ausbildung für das Friseurhandwerk und die Vorbereitung auf die praktische Zwischen- und Abschlussprüfung für das Bäckerhandwerk an.

Seit 2008 führen wir außerdem das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des „Bundesinstitut für berufliche Bildung – BIBB“ im Kreis Höxter durch, das 2010 durch das Landesprogramm Startklar! – Mit Praxis fit für die Ausbildung“ ergänzt und 2015 in KAoA „Kein Abschluss ohne Anschluss“ übergegangen ist. Pro Jahr durchlaufen zwischen 200 - 400 Schüler und Schülerinnen bei uns die 1- tägige Potenzialanalyse sowie die 3-tägige Berufsfelderkundung in unseren überbetrieblichen Werkstätten sowie bei Kooperationspartnern, wie der Altenpflegeschule Brakel für den Bereich „Gesundheit/Pflege“.

Die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg verfügt an zwei Standorten in Brakel und Brakel-Istrup über eigene Werkstätten, in denen die überbetriebliche Unterweisung ausgeführt wird. Hier werden alle Ausbildungsjahre unterwiesen und die praktische Abschlussprüfung abgehalten. Darüber hinaus werden die eigenen Werkstätten für Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen und Auftraggeber genutzt. Ebenfalls werden die Werkstätten im Rahmen der Berufsorientierung von Schülern und Schülerinnen bzw. in der Berufsvorbereitung von jungen Heranwachsenden besucht.

Menschen mit Migrationshintergrund und sprachlichen Schwierigkeiten sind bereits seit Jahrzehnten bei uns im Fokus der Aus- und Weiterbildung. Im Rahmen der ausbildungsbegleitenden Hilfen abH (bis Ende 2005) war neben der Aufarbeitung des Berufsschulstoffes (Stütz- und Förderunterricht) und der sozialpädagogischen Betreuung auch eine berufsbezogene Sprachförderung Bestandteil der konzeptionellen Arbeit. Ebenso wurde und wird in der berufsvorbereitenden Maßnahme BvB bei Teilnehmenden mit sprachlichen Schwierigkeiten eine besondere Förderung der Sprachkompetenz vorgenommen. Und schließlich wird bei Schülern und Schülerinnen mit sprachlichen Schwierigkeiten, die am Programm der Berufseinstiegsbegleitung-Bildungsketten teilnehmen, in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Schulleitern und Schulleiterinnen sowie den Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen nach Unterstützungsmöglichkeiten gesucht.

Zudem verfügen wir durch das Projekt MobiPro-EU 2014 und 2015 seit mehreren Jahren über Erfahrungen mit ausländischen jungen Menschen, die im Kreis Höxter eine Berufsausbildung aufgenommen haben. Gab es zunächst Startschwierigkeiten, das sich aus dem Nichtwissen von Werte und Normen, Sitten und Gebräuchen ergaben, haben sich diese allerdings im Laufe der Zeit gelegt. Ein großes Problem für die MobiPro-EU Teilnehmer stellt dennoch der Gebrauch der deutschen Sprache dar. In den Betrieben ist es unerlässlich, dass auch ausländische junge Menschen die deutsche Sprache verstehen und sie anwenden, zumal die Zwischen- (Teil-) und Abschlussprüfungen in deutscher Sprache durchgeführt werden.

Seit Mai 2016 führen wir im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit das Projekt "Förderzentrum für Flüchtlinge" FfF durch, in dem Flüchtlinge durch berufsbezogenen Spracherwerb, Werkstatttage und betrieblicher Erprobung in den Arbeitsmarkt vermittelt werden sollen.
Für die Zielgruppe der Unter 25-jährigen führen wir seit September 2016 das Projekt „Perspektive für junge Flüchtlinge – Handwerk durch, wo es ebenfalls um einen berufsbezogenen Spracherwerb, Werkstatttage und eine betriebliche Erprobung geht mit dem Ziel in eine Ausbildung einzumünden.
Nach dem Besuch der PerjuF-H haben die Teilnehmenden die Möglichkeit an der BOF teilzunehmen.

Zur Durchführung der Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung und gleichzeitiger Vorbereitung der Zielgruppe junge Flüchtlinge auf eine Berufsausbildung im Handwerk verfügen wir über ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Ausgestaltung der vorgesehenen Elemente Werkstatttage, Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse, Betriebsphase und Projektbegleitung gemäß der Richtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Wir unterstützen mit unserem Konzept gleichermaßen die Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ im Kontext der Integration von Flüchtlingen als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe sowie eine bessere Auslastung des Ausbildungsangebots des regionalen Handwerks.


Starttermin BOF: 18.04.2017


Ansprechpartner für die BOF sind:

Projektkoordinator Bildung
Peter Rech
Industriestraße 34
33034 Brakel
Tel.: 05272-370017
E-Mail: rech@kh-hx.de


Projektleiterin BOF:
Corinna Sievers
Driburger Straße 7
33034 Brakel
Tel.: 05272-36299611
E-Mail: sievers@kh-hx.de


            

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